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Blog Nr. 2: 13. August 2019 - Youth Skyrunning World Champs

Tag 1: Die Anreise

Das Abenteur «Youth Skyrunning World Championships» begann für mich am Donnerstag 01. August 2019. Nach einer guten Vorbereitung in St. Moritz und Klosters machten sich rund eine Woche vor der Anreise erneut Schmerzen in der Achillessehne bemerkbar, diesmal einfach auf der anderen Seite. Dank der Hilfe meiner Therapeuten des Vertrauens und einigen sehr ruhigen Tagen bekam ich die Probleme glücklicherweise noch rechtzeitig in den Griff. Ein kurzes und lockeres Lauftraining am Vorabend der Anreise stimmte mich dann positiv, dass die Teilnahme an den Wettkämpfen möglich ist. So machte sich mein Wecker am Donnerstag um 04.00 Uhr lautstark bemerkbar und nach einem ausgiebigen Frühstück machte ich mich auf den Weg zum Flughafen. Frühstück geht bei mir sowieso zu jeder Tageszeit und ist für mich auch eine sehr wichtige Mahlzeit, um mit viel Energie in den Tag zu starten. Mit dem Flugzeug ging es anschliessend nach Rom, wo ich erstmals auf meine Teamkollegen traf und wir rund zwei Stunden auf den Bus warten mussten. Weitere zwei Stunden später erreichten wir unser Ziel Fonte Cerreto, wo uns sehr warme Temperaturen erwarteten. Nach einer kurzen Stärkung mit Bananenbrot mussten wir nach dem vielen sitzen unsere Beine etwas lockern. Während der Fahrt mit der Seilbahn hatte ich auch gleich die Möglichkeit die Strecke des Vertical Kilometers zu begutachten. Ich versuchte mir direkt die Schlüsselstellen einzuprägen und meine Vorfreude stieg nochmals an, da die Strecke einen sehr guten Eindruck machte. Einige sehr steile Passagen, einige etwas flachere Teilstücke sowie zwei sehr kurze Downhills, könnte mir ganz gut liegen, dachte ich mir. Das kurze Lauftraining im Anschluss an die Bahnfahrt fühlte sich gut an und glücklicherweise machte auch meine Sehne gut mit. Das Abendessen im Teamhotel war dann eine gute Gelegenheit, um den hungrigen Magen etwas zu beruhigen. Auf dem Speiseplan stand Pasta und wie sich in den kommenden Tagen herausstellen sollte, war dies nicht das letzte Mal.

Tag 2: Raceday «Vertical Kilometer»

3.5km, 1'000 Höhenmeter, Einzelstart alle 20 Sekunden mit dem Ziel so schnell wie möglich vom Tal auf den Gipfel zu laufen. So einfach wie es klingt, so hart und schwierig sind diese Belastungen. Da das Rennen erst am späteren Nachmittag startete, lockerte ich meine Beine am Morgen mit einem kurzen Lauftraining. Ich hatte bereits ein sehr gutes Gefühl, lockere Beine und eine grosse Motivation. Vor dem Rennen dann nochmals ein kurzes Warm-Up, um den Motor zur richtigen Zeit in Schwung zu bringen. Die ersten ein bis zwei Minuten der Strecke stiegen nur moderat an und mein Ziel war es diese nicht zu schnell anzugehen, sondern schnell einen guten Rhythmus zu finden. Kurz vor meinem Start zogen dann Wolken auf, die Temperaturen sanken ein wenig und es schien als bilde sich eine Gewitterzelle über uns. Mir war dies noch so recht, denn zuvor war es sehr heiss und zu meiner Startzeit hatten wir beinahe perfektes Laufwetter. Mein Start verlief sehr gut und ich startete für meine Verhältnisse zügig. Der Rhythmus war schnell gefunden und bereits nach wenigen Minuten konnte ich diverse vor mir gestartete Läufer einsammeln. Nach den ersten 200 Höhenmeter erhielt ich dann von unserem Betreuer meine Stöcke, welche mich vor allem in den sehr steilen Passagen gut unterstützen konnten. Mental war ich im Tunnel und ich versuchte mein gutes Tempo zu halten. Schon bald erreichte ich die Halbzeit der Strecke, wo auch das erste steile Stück der Strecke bereits hinter mir lag. Ein kurzer Blick auf meine Uhr motivierte mich weiter, da ich sehr gut in meiner angestrebten Zeit lag. So puschte ich weiter, versuchte möglichst viel zu joggen und die wenigen Regentropfen waren eine gute Erfrischung. Seit längerer Zeit, in welcher ich mit der Verletzung zu kämpfen hatte, fühlte ich mich heute körperlich wieder richtig stark. Einzig ein Japaner überholte mich auf dem Weg zum Gipfel, ansonsten konnte ich meine Konkurrenten in Schach halten. Im Schlussanstieg hiess es dann nochmals voll Gas und die motivierenden Worte meiner Teamkollegen gaben mir noch den extra Kick auf den letzten Metern. Das Ziel, wo es ziemlich stark stürmte und kalt war, erreichte ich glücklich und zufrieden. Mein Ziel unter 40 Minuten zu bleiben erreichte ich ebenfalls und wie sich später herausstellte, erreichte ich mit meiner Zeit den 6. Rang U23. Für mich also ein super Start in diese Weltmeisterschaften. Wo vieles gut lief, gibt es aber auch noch Luft nach oben. Vor allem im mentalen Bereich denke ich, dass ich noch viel aus mir herausholen kann und mein absolutes Limit noch nicht erreicht habe. Mein Gefühl ist oft einfach zu gut und der Mut fehlt mir, härter zu laufen. Daran werde ich aber in Zukunft sicherlich weiterarbeiten, Erfahrungen sammeln und mich meinem Limit Schritt für Schritt annähern.

Tag 3: Ruhetag

Nach einem intensiven Wettkampf sowie einer ausgiebigen Pizza/Pasta-Party hatten wir am Samstag Ruhetag. Genügend Schlaf, gemütlich Frühstücken und anschliessend mit der Bahn hoch zum Campo Imperatore (wo auch das Ziel des Vertical Kilometers war) für ein lockeres Lauftraining sowie Besichtigung der Skyrace-Strecke. Das Laufgefühl war ganz gut und mein Körper konnte sich von der kurzen, aber sehr intensiven Belastung bereits gut erholen. Trotzdem hat es gut getan die Beine etwas zu bewegen und die Strecke machte mir einen super Eindruck. So stieg die Vorfreude für das Rennen vom Sonntag weiter an. Am Nachmittag fand dann noch die offizielle Eröffnungsfeier statt, wo sämtliche Teams vorgestellt sowie den Siegern des Vertical Kilometers die Medaillen überreicht wurden. 3 dieser Medaillen konnten meine Teamkolleginnen und Kollegen Alessandra, Roberto und Marco gewinnen und so hatten wir uns im Teamranking bereits gut positioniert. Anschliessend begann die Wettkampfvorbereitung, indem wir die Verpflegung auf der Strecke planten sowie unser Material bereit machten. Für mich persönlich immer wichtig, dass bereits am Vorabend alles vorbereitet ist, um am Renntag nicht mehr gross überlegen zu müssen. So stand einem erfolgreichen Wettkampf eigentlich nichts mehr im Wege.

Tag 4: Raceday «Skyrace»

Start des Rennens war um 08.00 Uhr, weshalb wir bereits um 05.30 Uhr Frühstück assen. Auf dem Speiseplan stand bei mir eine Schüssel «Sponser-Müesli» sowie ein Stück Bananenbrot, was für mich gut verdaulich ist und genügend Energie liefert. Mein tägliches «Berocca», eine Vitamin-Brausetablette, durfte natürlich ebenfalls nicht fehlen. Anschliessend nochmals etwas erholen, Musik hören, Schuhe schnüren und einlaufen. Mein Start verlief dann nach Wunsch und ich war froh, dass es endlich los ging. Zudem war der Start gar nicht mal so hektisch wie ich erwartet hatte und ich fand schnell einen guten Rhythmus. Im ersten Aufstieg fühlte ich mich super und lief an der Spitze mit. Das Tempo war ordentlich, aber kontrolliert. Beim Campo Imteratore, also nach ca. 1000 Höhenmetern, fasste ich mein Getränk und liess die Stöcke zurück. Sofort versuchte ich genügend zu trinken und das Tempo zu halten. Nach weiteren 200 Metern Aufstieg folgte der erste Downhill. Nicht allzu technisch und gut laufbares Gelände, wo man die Beine mehr oder weniger gut laufen lassen konnte. Ich lief zusammen mit einem Spanier, welcher anschliessend auf die kürzere Strecke abbog. Beinahe wäre ich ihm dann fälschlicherweise gefolgt, doch im bemerkte den Fehler sofort und konnte nur mit wenig Zeitverlust auf die richtige Strecke wechseln (andere Kategorie = andere Strecke). Der zweite Aufstieg war dann steil und hart. Der Untergrund hauptsächlich loses Gestein, was sehr kräfteraubend war. Meine Leistung in diesem Abschnitt durchschnittlich, also nicht langsam, aber auch nicht sehr schnell. Kurz vor dem Gipfel (Pizzo Cefalone) wurde es dann noch richtig technisch mit einigen leichten Kletterpassagen und vielen Fixseilen, welche zur Unterstützung und Sicherheit dienten. Oben angekommen erwartete mich Benjamin mit einem weiteren Getränk sowie seiner Fotokamera. Dabei sind einige coole Schnappschüsse entstanden! Im folgenden Downhill blieb es dann für einige Minuten sehr technisch, anschliessend wieder etwas besser laufbar. Körperlich fühlte ich mich immer noch stark, allerdings fehlte mir abwärts ein wenig das Training sowie Mut, um schneller zu laufen. Sicherlich auch die Passagen, wo ich auf die Schnellsten am meisten Zeit verloren habe. Gerade auch wegen der vielen Verletzungen diese und auch letzte Saison bin ich zum Teil etwas blockiert und laufe noch nicht so unbeschwert abwärts, wie ich es eigentlich tun möchte. Nach einem collen und coupierten Grad folgte der finale Abstieg zurück nach Fonte Cerreto, wo wir vor einiger Zeit gestartet waren. Ich lief weiterhin locker und versuchte meinen Rang zu verteidigen. Auf den letzten Metern musste ich dann noch zum Schlussspurt ansetzen, um einen Läufer aus Andorra einzuholen, was mir auch gelang. Das Ziel erreichte ich als 11., glücklich, müde und zufrieden. Erneut ein super Tag für mich, ohne Schmerzen in der Sehne und erneut mit vielen neuen Erfahrungen. Im Verlaufe des Nachmittags wurden erneut die Schnellsten bei der Siegerehrung ausgezeichnet und am Abend konnten wir die letzten Tage bei der Schlussfeier ausklingen lassen.

Tag 5: Rückreise

Der Rückreise-Tag war leider nicht sehr spektakulär und brachte auch keine erzählenswerten Geschichten hervor. Nach einem lockeren Recovery-Run am Morgen reiste ich um 13.00 Uhr mit dem Bus zurück nach Rom, wo ich anschliessend rund 5h auf meinen Flug warten musste. Die Zeit nutzte ich, um zu essen und die Erlebnisse zu verarbeiten. Für mich war es eine grosse Freude an einem solchen Event teilnehmen zu dürfen und mich mit den besten meines Alters messen zu können. Zudem gefiel mir die Atmosphäre und die Gesellschaft der total 28 anwesenden Nationen. Die Organisatoren des «Gran-Sasso Skyrace» hatten einen super Anlass auf die Beine gestellt und die Strecke verfügte über alle Elemente eines richtigen Skyrace! Zudem sind die Landschaften rund um Fonte Cerreto (L’Aquila) eine Augenweide und absolut einen Besuch wert. Mit meinen Leistungen bin ich sehr zufrieden, weiss aber auch, dass ich noch deutlich schneller laufen kann. Für mich aber eine grosse Motivation, um weiter hart für meine Ziele zu arbeiten und nie aufzugeben. Um ca. 20.30 Uhr war dann auch mein Flug startbereit und so endete für mich das Abenteur «Youth Skyrunning World Championships» mit einem rund einstündigen Flug nach Zürich, gefolgt von einer Zugfahrt nach Hause. 

Resultate

·     Vertical Kilometer (3.5km/D+ 1000m): 6. Rang U23 in 39’31.63

·     Skyrace (22.6km/D+ 2216m): 11. Rang U23 in 2:45’.23

·      Combined Ranking (Vertical Kilometer & Skyrace): 7. Rang U23

·     Team-Ranking mit dem Schweizer Team: 1. Rang & Weltmeister

Blog Nr. 1: 28. Juli 2019

Missglückter Saisonstart mit Pleiten, Pech & Pannen

Nach einem guten Winter mit vielen Wettkämpfen und Herausforderungen war erstmals eine Woche Erholung angesagt. Mitte April stieg ich dann hochmotiviert ins Lauftraining ein, möglicherweise etwas zu motiviert, wie die kommenden Tage zeigen sollten. Ein schnelleres Training sowie ein Longrun waren bereits genug für meine Achillessehne, welche sich mit einer starken Reizung bemerkbar machte. Mit den Gedanken im Kopf, dass alles nicht so schlimm sei, lief ich eine weitere lockere Einheit mit Schmerzen, was für den Verlauf der Verletzung sicherlich dumm war. So folgten anstatt einem guten Aufbautraining einige Tage mit Aquajogging und Krafttraining. Glücklicherweise konnte ich schon nach wenigen Tagen schmerzfrei Rennvelo fahren, was ich sofort für qualitative Trainings nutzen konnte. Nach ca. 2 Wochen musste ich mit Bedauern feststellen, dass Laufen weiterhin nicht möglich war. Es folgten also weitere Einheiten auf dem Rennrad, wo ich mit anderen Schwierigkeiten konfrontiert wurde. Zuerst war das Wetter so miserabel nass, dass ich meine Veloeinheiten auf das Indoor-Velo verlegen musste. Als sich dann die Sonne nach einigen Tagen wieder zeigte, folgte ein Materialdefekt am Rennrad, welcher leider nicht unmittelbar behoben werden konnte. So spulte ich weitere schweisstreibende Kilometer an Ort und Stelle im Keller ab, wo zwar qualitativ gute Trainings möglich sind, allerdings der Spass etwas zu kurz kommt. Zu diesem Zeitpunkt fielen bereits zwei Wettkämpfe ins Wasser (Sihltaler Frühlingslauf & Trail des Marcaires).

Die Tage vergingen und nach ca. 4 Wochen fühlte sich die Sehne im Alltag deutlich besser an. So stieg ich ins “Lauftraining” ein, wobei es sich noch nicht wie laufen anfühlte. Schmerzen hatte ich glücklicherweise keine, weshalb ich die kommenden Tage die sehr kurzen Belastungen etwas erhöhen konnte. Je länger je mehr kam das gute Laufgefühl zurück und ich machte mir Hoffnungen am Dolomiti Extreme Trail in Forno di Zoldo (IT) starten zu können. So kam es dann auch und ich reiste am Freitag an, das Rennen fand am Sonntag statt. Obwohl ich einige längere Trainings in den Beinen hatte, fühlte ich mich nicht wirklich bereit für einen Wettkampf, auch wenn die Vorfreude gross war. Ohne grosse Erwartungen startete also meine Saison bei guten Wetter über ca. 23km mit rund 1’300 Höhenmetern. Das Gefühl war gar nicht mal so schlecht und ich lief zu Beginn in der Spitzengruppe mit, anschliessend kämpfte ich im Zweikampf um den dritten Platz. Leider hatte ich das Nachsehen und erreichte das Ziel als Vierter. Meine Sehne machte gut mit bis zum letzten Kilometer, wo ich plötzlich wieder einen leichten Schmerz verspürte. Nach dem Rennen hatte ich dann Schmerzen am ganzen Körper, sogar Muskeln machten sich bemerkbar, über dessen Existenz ich zuvor nichts wusste. Aus diesem Grund musste ich erneut einige Tage aufs Lauftraining verzichten, wobei sich die Sehne aber glücklicherweise relativ schnell wieder erholen konnte. Trotzdem drängte langsam die Zeit und eines meiner grossen Saisonziele rückte näher und näher. Die Schweizermeisterschaften im Trailrunning über 73km und 4’900 positive Höhenmeter (Trail Verbier St. Bernard) wären bereits mit einer perfekten Vorbereitung zu einer grossen Herausforderung geworden, mit dem fehlenden Training und meiner Verletzung wäre ein Start aber sicherlich unvernünftig gewesen. So entschied ich mich auf das Rennen zu verzichten und mich dafür auf die kommenden Wettkämpfe vorzubereiten und einige Trainingskilometer nachzuholen. Das geplante Trainingslager in St. Moritz kam daher zum perfekten Zeitpunkt und die Motivation war sowieso riesig.

Back in the Game: Trainingslager in St. Moritz

Mit einer grossen Vorfreude reiste ich am Montag, 08. Juli 2019 mit dem Zug nach St. Moritz, wo ich zusammen mit meinem Kumpel und Trainingspartner Matteo die nächsten rund 9 Tage verweilte. Nachdem das Zimmer bezogen war, stand bereits das erste lockere Lauftraining auf dem Programm, gefolgt von einer weiteren lockeren Einheit auf dem Rennrad, wo ich den Julierpass erkunden konnte. Als dann auch Matteo im Verlaufe des Abends St. Moritz mit dem Zug erreichte, startete für uns eine Woche nach dem Motto “Keis Mass, voll Gas!”. Zudem hatte sich meine Achillessehne gut von der Verletzung erholt und daher war ich bereit einige Kilometer sowie Höhenmeter zu laufen oder fahren. Nachdem auch unser Kühlschrank mit genügend Lebensmitteln gefüllt war und wir vom Hotel (Hotel Hauser, St. Moritz) weitere Kochutensilien erhalten hatten, konnten wir uns auch kulinarisch austoben. Nun ja, um ehrlich zu sein so kulinarisch hochstehend wurde dann doch nicht gekocht, aber die Spiegeleier sind uns eigentlich fast immer gelungen. Der anschliessende Abwasch war natürlich ohne Spülmaschine auch ein riesen Spass! Der Dienstag startete mit einem Bahntraining, wo es von Spitzenathleten nur so wimmelte. Die Atmosphäre empfand ich als sehr angenehm und motivierend. Zudem war mein Laufgefühl seit längerer Zeit wieder super, was mich weiter motivierte. Aus einem lockeren Radtrainng am Nachmittag wurde dann schnell ein übermotiviertes Tempotraining, wie es die kommenden Tage noch einige Male vorkommen sollte.

Zwischen den Trainingseinheiten nutzten wir die Zeit um uns zu erholen, Netflix-Serien zu suchten oder zu essen. Zudem besuchten wir zwei Mal das Hallenbad, wo ich meine Beine mit Aqua-Jogging etwas lockern konnte. Beim zweiten Mal stand zusätzlich ein Spa-Besuch auf dem Programm, welcher uns nach den ganzen Belastungen gut getan hat. Eines der Highlight der Woche war sicherlich das lange Rennvelo-Training am Mittwoch. Von St. Moritz über den Julierpass nach Thusis, dann weiter über den Splügenpass nach Chiavenna und zum Schluss noch den Maloja-Pass um wieder zurück nach St. Moritz zu kommen, zusammengefasst rund 180km mit +/- 3’500 Höhenmetern. Ein richtiger “Premium-Tag” mit genialen Landschaften, coolen Aufstiegen und kriminellen Abfahrten, ach ja und anstrengend war es auch hin und wieder. Nach einem lockeren Tag am Donnerstag stand für mich am Freitag ein Vertical Training an. Das Prinzip war dabei ganz einfach: so schnell wie möglich von St. Moritz bis hoch auf den Piz Nair. Ein Grossteil der Strecke kannte ich bereits vom Vertical Sommerlauf, welcher jeweils im August stattfindet. Auch wenn die Beine bereits etwas müde waren, funktionierte das Training nach Wunsch. Sonntag bis Dienstag stand dann das Lauftraining nochmals im Fokus. Am Sonntag eine 2-stündige Einheit inklusive 30’ Tempo-Fahrtspiel (total 28km), am Montag ein Longrun via Pass Suvretta hoch zum Piz Nair (23km) und am Dienstag ein easy run mit anschliessenden Steigerungsläufen auf der Bahn (total 15km). Die Trainings wurden jeweils mit lockeren oder teilweise ungeplant nicht so lockeren Veloausfahrten ergänzt. Falls sich jemand meine Trainings genauer anschauen möchte, sind diese grösstenteils auf Strava online abrufbar.

Das Wetter spielte grundsätzlich die ganze Zeit mit, auch wenn es gegen Ende der Woche meistens kühl und bedeckt war. Abgesehen von wenigen Regenschauer, welche wir glücklicherweise nur vom Bett aus betrachten konnten, blieben wir immer trocken im Training. Zudem traf ich auf meinem Longrun am Montag auf eine richtige Ladung Neuschnee ab ca. 2600 m.ü.M. Etwas überraschend, aber dennoch eine gute Abwechslung zu den heissen Temperaturen. Dank der Elite-Card, welche von St. Moritz Tourismus für Athleten zur Verfügung gestellt wird, konnten wir mit sämtlichen Bergbahnen gratis fahren, was wir mit Besuchen auf dem Piz Nair sowie dem Corvatsch nutzten. Eine coole Abwechslung zum Trainingsalltag! Abgesehen von einigen Unstimmigkeiten bei der Musikwahl hatten wir eine super Zeit. Wir haben uns gegenseitig gepuscht, beim Abwasch unterstützt und gemeinsam die Müdigkeit überwunden, was die Freundschaft sicherlich weiter gestärkt hat. Eine gemeinsame Leidenschaft beziehungsweise die gleichen Interessen zu haben, macht Spass und ist nich selbstverständlich, genauso wie gesund zu sein und den Sport in dieser Art und Weise ausführen zu dürfen. Deshalb ist es wichtig dankbar zu sein und jeden Tag zu schätzen.

Zusammengefasst ist meine Saison bis jetzt also noch nicht so richtig in Fahrt gekommen, allerdings konnte ich in St. Moritz eine gute Basis für kommende Wettkämpfe schaffen. Nun gilt es dem Körper ein wenig Ruhe zu geben, um dann am 02. & 04. August in Topform zu sein, um bei den Youth Skyrunning Weltmeisterschaften in Italien angreifen zu können!